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Bücher des IFEG-Schriftführers Dr. Herbert Laszlo:

 

 

Neues Buch unseres Schriftführers: Siehe http://www.infothek.at/verlag/Glueck_und_Wirtschaft/glueckundwirtschaftbuch.htm.

 

Rezensionen in Reihenfolge ihres Erscheinens im Happiness Observer:

 

Lebenskunst und Moral

Autor: Otfried Höffe ist Professor für Moral- und Rechtsphilosophie an der Universität Tübingen, Gründer und Leiter der Forschungsstelle Politische Philosophie.

Definition für Glück: „Das eigene Wohl, auch Glück genannt“, oder die Qualität eines gelungenen Lebens.

Theorie: Wenn man das Glück als Wohlbefinden versteht, stimmt es mit der Moral bestenfalls zufällig überein. Ein gelungenes Leben hängt auch von moralischen Haltungen ab. Kernstück der Überlegungen ist der Begriff „gut“, der verschiedene Bedeutungen haben kann und sich je nach Bedeutung auch auf das Glück auswirkt. Das Buch bietet eine umfassende Analyse der verschiedenen philosophischen Strömungen vom Utilitarismus bis zum modernen Sozialstaat.

(Otfried Höfe: Lebenskunst und Moral, oder macht Tugend glücklich? Verlag C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-55745-3)

Selbstbewusst

Autor: Dr. Julia Umek, Gesundheits- und Arbeitspsychologin mit eigener Praxis in Wien.

Definition (rund um das Glück, nach Ludwig Feuerbach): „Aber die höchste Form der Selbstbejahung, die Form, welche selbst eine Auszeichnung ist, eine Vollkommenheit, ein Glück, ein Gut, ist das Bewusstsein.“

Theorie: Durch Selbstreflexion können wir Bewusstheit über uns erlangen. Glücklich zu sein ist dabei eher ein Nebeneffekt, der um des Verkaufserfolges willen in den Untertitel aufgenommen worden sein dürfte. Im Buch selbst geht es um Sympathie, die von der Philosophie des antiken Griechenland bis zu einem „kleinen Mentaltraining“ erschöpfend behandelt wird.

(Dr. Julia Umek: Selbstbewusst. Der Schlüssel zu einem glücklichen Leben. Kneipp Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-7088-0440-8)

Glück der kleinen Schritte

Autoren: Das Professoren-Paar Dr. Michaela Axt-Gadermann und Dr. Peter Axt, Gesundheitswissenschaftler.

Definition für Glück: keine. Also wieder ein Buch, in dem das Wort „Glück“ lediglich der Verkaufsförderung dient.

Theorie: Gesundheit kann man in kleinen Schritten, verteilt auf 52 Wochen, fördern. In der ersten Woche beginnt man damit, täglich einen Apfel zu essen. In der zweiten Woche kommt dazu ein täglicher Spaziergang von 30 Minuten an der frischen Luft, und so weiter.

(Axt / Axt-Gadermann: Vom Glück der kleinen Schritte. Step by Step das Gewohnheitstier in uns überlisten. In 52 Wochen gesünder, schöner und vitaler. Verlag Herbig, München 2008, ISBN 978-3-7766-2584-4)

Frust-Job-Killer

Autoren: Volker Kitz und Manuel Tusch, Coaches für Berufstätige.

Definition für Glück: Ihre wahren Träume und unerfüllten Erwartungen.

Theorie: Finden Sie Ihre persönlichen „Glücklichmacher“. Vorschlag einer Reihung nach Richard Layard: Sex, geselliges Beisammensein, Essen, Sport und Fitness. Da diese „großen 5“ des Lebensglücks im Beruf selten vorkommen, braucht man andere Wege zum Glück am Arbeitsplatz. Erkennen Sie, dass Sie Ihre missliche Lage am Arbeitsplatz gar nicht ändern wollen. Um dieser Falle zu entgehen, kann man das Unbewusste mit Affirmationen so programmieren, dass man tatsächlich neue Wege beschreitet, beziehungsweise für neue Wege, die sich anbieten, offen ist.

Das Buch ist aus der Praxis der beiden Coaches geschrieben und daher voll von praktischen Beispielen und Lösungen, die sich bewährt haben.

(Kitz / Tusch: Das Frust Job Killer Buch. Verlag Campus, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-593-38666-9)

Lust-Umfrage

Autor: Silvia Jelincic, Journalistin. Definition für Glück: Sexuelle Lust und deren Befriedigung.

Theorie: Manager sind durch ihre berufliche Belastung, aber auch durch so manche Versäumnisse ihrer Ehefrauen, in erhöhter Versuchung, die Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse außerhalb der ehelichen Zweierbeziehung zu suchen. Dabei erweist sich der Besuch im Edel-Bordell sowohl bezüglich der (hohen) Kosten als auch bezüglich des Risikos als günstiger als eine Geliebte. Die Autorin belegt dies mit zahlreichen namentlichen und anonymen Interviews und mit einer anonymen Fragebogenaktion.

(Silvia Jelincic: Die nackte Elite. Sex, Liebe und Moral im Leben der Manager. Verlag edition a, Wien 2008, ISBN 978-3- 85485-230-8)

Optimaler Erregungszustand

Autoren: Alexander Antonitsch, Tennis-Profi, und Markus Eggetsberger, Mentaltrainer.

Definition Glück: Optimaler Erregungszustand. „Das ist ein Zustand, in dem man ‚locker’ ist, aber doch viel Power hat. Man fühlt sich gut, hat Spaß an dem, was man macht, und bringt herausragende Leistungen.“ (Antonitsch)

Theorie: Der optimale Erregungszustand kann über Entspannung erreicht, mit den aus dem Spitzensport bewährten Methoden trainiert und mit Hilfe von Biofeedback kontrolliert werden.

Das Buch enthält einen Übungsplan zur Schaffung eines optimalen Erregungszustandes. (Antonitsch / Eggetsberger: Das Mentaltraining der Sieger und wie Sie es in Ihrem Leben erfolgreich einsetzen, Ueberreuter, Wien 2008, ISBN 978-3- 8000-7359-7)

 

Utopia

Autor: Thomas More, latinisiert Morus, 1478 – 1535, Richter, Parlamentarier und Diplomat, hingerichtet, heiliggesprochen und seit 2000 Patron der Politiker.

Definition für Glück: „Lust nennen sie [die Einwohner Utopias] jeden Zustand des Körpers oder der Seele, in dem zu leben ein Genuss ist, und zu dem die Natur uns den Weg wies.“

Theorie des Glücks: „Die wichtigste Frage jedoch lautet, auf welchem Gute und ob auf einem oder mehreren, die Glückseligkeit des Menschen beruhe. Dabei scheinen sie [die Utopier] allzu stark derjenigen Partei zuzuneigen, die für die Lust plädiert und sie als einzigen oder doch ausschlaggebenden Faktor des menschlichen Glücks definiert … nie erörtern sie die Glückseligkeit, ohne gewisse von ihrer Religion hervorgenommene Grundsätze mit der Philosophie, die sich auf Vernunftgründe stützt, zu verbinden …

Diese Grundsätze lauten: die Seele ist unsterblich und durch Gottes Gnade zur Seligkeit geschaffen; unsere Tugenden und guten Werke erwartet nach diesem Leben Belohnung, unsere Missetaten Strafe. ... würden sie [diese Grundsätze] über Bord geworfen, so wäre nach ihrer bestimmten Vorstellung niemand so dumm, nicht zu meinen, er müsse mit allen Mitteln sich Lust verschaffen, und jeder würde nur davor Angst haben, eine größere Lust wegen einer kleineren zu versäumen …

… denn für einen vollendeten Narren sehen sie den an, der die unfreundliche und unzugängliche Tugend umwirbt und ihretwegen nicht nur auf den Lebensgenuss verzichtet, sondern noch aus freiem Entschluss Leiden auf sich nimmt, wenn er dann doch keinen Vorteil davon erwartet …“ (Thomas Morus [More]: Utopia [ursprünglicher Titel: De optima statu rei publicae deque nova insula Utopia], Rheinischer Merkur, Bonn 2007, ISBN 978-3-8289-4937-9)

 

Die Secret-Story

Autor: Alexandra Bruce ist Journalistin.

Das Buch ist eine gut recherchierte Reportage über die Hintergründe eines Bestsellers, seiner Herausgeberin Rhonda Byrne und ihrer zahlreichen Co-Autoren.

Definition für Glück: Wirtschaftlicher Erfolg. Diese Definition gibt das untersuchte Buch „The Secret“ vor.

Theorie des untersuchten Buches: Glück entsteht irgendwo im Jenseits. Durch Glauben kann man es sich dienstbar machen. Basis ist das Neue Testament, wo Christus zu einem Geheilten sagt: „Dein Glaube hat dir geholfen.“

Theorie des rezensierten Buches: Der Erfolg des „Secret“ geht darauf zurück, dass es sich auf die Mitte des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf die Aufklärung gegründete Neugeist-Bewegung („New Age“) stützt, die sich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in den USA ausbreitete. An die Stelle des rationalen Forschens wurde der Glaube an Übernatürliches gestellt.

Die Quellen dieses Glaubens reichen weit über das Christentum hinaus bis zur „Smaragdenen Tafel“ des Hermes Trimegistos aus dem alten Ägypten, wobei einer Übersetzung dieser Tafel durch den Forscher Isaac Newton besondere Bedeutung zukommt. (Alexandra Bruce: Die Secret-Story. Autorenporträts, Hintergründe und mehr. VAK Verlags Ges. m. b. H., Kirchzarten bei Freiburg 2008, ISBN 978-3-86731-025-3)

 

Glück und Glaube

Autor: David G. Myers ist Verhaltensforscher.

Definition von Glück: Sich als glücklich bezeichnen.

Theorie: Von Happiness (Glück) ist erst ab Seite 107 die Rede. Hier widerspricht Myers der Lehre des Sigmund Freud, der zufolge Religion aufgrund der sexuellen Vorschriften unglücklich mache, mit Umfrageergebnissen, die zu belegen scheinen, dass Menschen mit großer religiöser Aktivität sich signifikant häufiger für „glücklich“ erklären als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Das Ziel dieses Buches besteht darin, die Kluft zwischen Religion und Wissenschaft zu überbrücken. Die Glücksfrage ist dabei eher ein Randthema. (David G. Myers: A Friendly Letter to Skeptics and Atheists. Musings on why God is good and faith isn’t evil. Verlag Jossey-Bass, San Francisco 2008, ISBN 978-0-470-29027-9)

 

Eltern-Kind-Glück

Autor: Gerhard Spitzer, Familien-Coach und Erziehungsberater.

Definition des Glücks: Freiheit von Stress, gekennzeichnet durch ein glückliches Lächeln.

Theorie: Es handelt sich hier um ein „Rezeptbuch“ für den stressarmen Umgang mit Kindern, geschaffen aus der Praxis der Erziehungsberatung.

Konkret geht es um den Umgang mit Streichen der Kinder, mit dem lästigen Aufräumen und mit anderen Stressfaktoren im Haushalt. Geboten werden keine Theorien, sondern konkrete Tricks, wie man ohne Aufregung mit den kleinen Quälgeistern fertig wird. (Gerhard Spitzer: Entspannte Eltern. Glückliche Kinder. Stressfrei vom Kleinkind bis zur Pubertät. Ueberreuter, Wien 2008, ISBN 978-3-8000-7381-8)

 

Intimität

Autor: Safi Nidiaye war ursprünglich Sängerin. Leitet als Meditationslehrerin Seminare und Trainingsgruppen.

Definition Glück: Intimität, ein Gipfelerlebnis äußerster Intensität und der Zustand der Erleuchtung, von dem die Mystiker sprechen.

Theorie: Intimität bedeutet das Gefühl des Zusammenhangs. Das Buch verspricht, durch Beschreibungen die Leserinnen und Leser auf den „Weg des Herzens“ zu führen, der zur Intimität führt. (Safi Nidiaye: Intimität. Das Geheimnis des Glücks. Integral Verlag, München 2007, ISBN 978-3-7787-9181-3)

 

Lachyoga

Autor: Ellen Müller, Schülerin des indischen Arztes Dr. Madan Kataria, der das Lachyoga „erfunden“ hat. Von ihm stammt das Vorwort zu diesem Buch.

Definition Glück: Keine explizite Definition. Glück ist, wenn man lacht.

Theorie: Lachen, auch unmotiviertes Lachen, macht gesund, kreativ und produktiv. Lachyoga hat daher auch wirtschaftlich positive Auswirkungen. (Ellen Müller: Zum Glück gibt es Lachen. Lachyoga – der Weg zur heiteren Gelassenheit. Signum Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3- 85436-404-7)

 

Gute Laune

Autor: Sigrid Engelbrecht, Wellnesstrainerin, Personal Coach.

Definition Glück: Gute Laune.

Theorie: Wenn man weiß, wie schlechte Laune entsteht, dann kann man dafür sorgen, gute Laune zu haben. Eine Sammlung unterschiedlicher Methoden zur Verbesserung der Laune, von Mood Food bis Sauna. Kern-Aussage ist, dass positive Gedanken glücklich machen. (Sigrid Engelbrecht: Richtig gute Laune kriegen. Wer gut drauf ist, hat mehr vom Leben. knaur-ratgeber.de, München 2008, ISBN 978-3-426-64917-6)

 

Glück und Essen (1)

Autoren: Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofen sind ein Ehepaar, das kulinarische Journalistik betreibt.

Definition Glück: sich artgerecht ernähren zu dürfen wie glückliche Hühner.

Theorie: Ein Löwe wird nie zum Vegetarier, aber die Menschen haben den Segen (und den Fluch), ihre Nahrungsmittel relativ frei wählen zu können. Dabei vermindert die Massenproduktion von Nahrungsmitteln deren Qualität.

Das Buch versteht sich als Wegweiser zu Nahrungsmitteln hoher Qualität, ohne einer Nahrungs-Ideologie verpflichtet zu sein. Vom Getreide bis zum Schweinefleisch werden alle Nahrungsmittel ohne Tabu behandelt, mit der europäischen Ausnahme, dass Hund und Katze nicht vorkommen, obwohl sie in Asien im Kochtopf landen. (Meuth / Neuner-Duttenhofer: Wo die glücklichen Hühner wohnen. Vom richtigen und vom falschen Essen. Verlag Lübbe, Bergisch Gladbachb2008, ISBN 978-3-7857-2338-8)

 

Glück und Essen (2)

Autor: Werner Lampert ist Bio-Pionier und Lebensmittelexperte.

Definition Glück: Das Bewusstsein, keine devastierte Umwelt und keine ausgebeuteten Tiere zu hinterlassen.

Theorie: Der Umgang mit der Natur basiert auf den Gedanken Rudolf Steiners, mit denen der Autor in den Jahren um das klassische Jahr 1968 in Berührung kam. Aus dieser Sicht werden Nahrungsmittel, beginnend mit dem täglichen Brot, untersucht. Beim Brot stellt der Autor zum Beispiel fest, die verwendeten „Backhilfsmittel“ enthielten „alles, was in einem Brot nichts zu suchen hat“. Ein Einkaufsführer ist in das Buch integriert und bietet die Möglichkeit, die als gut beschriebenen Nahrungsmittel auch tatsächlich zu beschaffen. (Werner Lampert: 100 Lebensmittel, die glücklich machen. Verlag ecowin, Salzburg 2008, ISBN 978-3-902404-60-2)

 

Glücks-Trainings-Buch

Autor: Mag. Heide-Marie Smolka ist DIE Glückstrainerin Österreichs. Obwohl sie die Mitgliedschaft im IFEG standhaft verweigert, ist sie seit mehreren Jahren Abonnentin des Happiness Observer. Auf der Turracher Höhe hält sie regelmäßig Seminare. Dort hat sie auch eine „Meldestelle für Glücksmomente“ eingerichtet.

Definition Glück: Erfüllung, Zufriedenheit und Freude, eingeteilt in

Glücksmomente, bezogen auf gegenwärtige Erfahrung,

Freude über Vergangenes und Zukünftiges,

Zufriedenheit als kognitive Bewertung der Lebensumstände.

Theorie: Glück hängt ab von Einstellungen, Werten, Bewusstsein, Achtsamkeit und Sichtweisen. Diese kann man verändern. Davon handelt dieses Buch. Es ist ein Arbeitsbuch, in das man hineinschreiben kann und soll. Grundsatz ist die Überzeugung, dass die für das Glücklichsein zuständigen Areale des Gehirns „trainiert“ werden können, sodass man einen „Landeplatz“ für das Glück schafft. (Heide-Marie Smolka: Mein Glücks-Trainings-Buch. Springer Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-211-79911-6)

 

Nichtstun

Autor: Viktor W. Ziegler ist Tourismus-Manager.

Definition Glück: Folge des gezielten Nichtstuns.

Theorie: Auch wer nichts tut, tut etwas. Es geht um die Kunst des rechtzeitigen Aufhörens im Sinne der orientalischen Philosphie und Lebensweisheit. (Viktor W. Ziegler: Mit nICHts zum Erfolg. Schöpfen Sie aus der Kraft des bewussten Innehaltens. Ueberreuter, Wien 2008, ISBN 978-3-8000-7360-3)

 

Selbst-PR

Autor: Petra Wüst, Expertin für Self Branding.

Definition Glück: Nicht explizit, aber unausgesprochen gleichgesetzt mit persönlichem Erfolg.

Theorie: Man kann lernen, persönlichen Erfolg zu haben, und dieser muss nicht auf Kosten des persönlichen Glücks gehen, sondern kann dazu beitragen – wenn die Balance mit dem Privatleben stimmt. Eine Sammlung von Interviews mit erfolgreichen Personen, vom Zukunftsforscher Matthias Horx bis zur Chefin des Hotel Sacher Elisabeth Gürtler. (Petra Wüst: Gezielt einmalig. 22 Tipps für eine überzeugende Selbst-PR. Orell Füssli Verlag, Zürich 2008, ISBN 98-3-280-05302-7)

 

Betriebsübergabe

Autorin: Manuela Mätzener ist Mitglied des IFEG.

Ein relativ schlanker Band für ein schwergewichtiges Thema: Wie überlebt man die Übernahme eines bestehenden Unternehmens? Was passiert, wenn der Vorbesitzer plötzlich nicht mehr verfügbar ist – oder noch immer „hineinregiert“? Wie hält man Unternehmen und Familie so weit getrennt, dass es auf keiner Seite Katastrophen gibt? (Mätzener / Schwarz: Erfolgreiche Betriebsübergabe in Familienunternehmen. Emotionen, Konflikte, Perspektiven. Linde international, Wien 2008, ISBN 978-3- 7093-0231-6)

 

Führerschein zum Glück

Autorin: Elke Reihl, Lebensberaterin.

Definition für Glück: Positives Gefühl.

Theorie über das Glück: Wir erzeugendieses Gefühl (Glück) selbst. Nur wennwir dies wissen und es auch anwenden,können wir dauerhaft glücklich sein.

Das e-Book basiert auf dem Buch „The Secret“ von Rhonda Byrne, in dem behauptet wird, dass sich Vorstellungen mehr oder weniger automatisch verwirklichen. Es gehe darum, sich positive Dinge vorzustellen. Dann würden dieseauch eintreten. Voraussetzung sei eine Liste der Dinge, die man sich wirklich wünsche. Diese sollte regelmäßig überarbeitet und als bereits erfüllt imaginiert werden. Eine weitere empfohlene Methode ist Autosuggestion. (Elke Reihl: Leben wie Gott in Frankreich. Dein Führerschein zum dauerhaften Glück. E-Book, www.lebenssinn.surfinfo.info)

 

Emotionen und Karriere

Autor: Ingo Vogel ist Rhetorik- und Verkaufstrainer.

Definition für Glück: Positive Emotion, Lust.

Theorie: Das Lust-Prinzip beruht auf vier Teil-Prinzipien:
Lust-Fundament (Beseitigung von Lust-Killern),
Lust-Faktoren (innere Einstellung und aktives Handeln als „Treibstoff“),
Lust mit System (Selbstbild und „Power-Sprache“) und
mit Lust „gut drauf sein“ (Smalltalk, Schlagfertigkeit, Verkaufsabschlüsse)

Schon diese Aufzählung zeigt, dass es sich hier weniger um Glücksforschung, als um Verhaltenstraining im Wirtschaftsleben und hier vor allem im Verkauf handelt, nach dem Grundsatz: „Mit Lust fällt alles leichter.“ (Ingo Vogel: Das Lust Prinzip. Emotionen als Karrierefaktor. Gabal Verlag, Offenbach 2008, ISBN 978-3-89749-790-0)

 

Glück und Sprache

Herausgeberin: Maria Nicolini

Dies ist – wie bei vielen Büchern über die Wissenschaft – eigentlich kein „Glücksbuch“. Es bezieht sich gar nicht auf Glück, sondern analysiert in Aufsätzen unterschiedlicher Autorinnen und Autoren die – fehlerhaft deutsche und von englischen Wörtern durchsetzte – Sprache der modernen Natur- und Kulturwissenschaft. Was dabei nicht zur Sprache kommt, aber hier vom Rezensenten zu ergänzen ist: Die Rezeption gesprochenen und geschriebenen Wortes ist eine Beanspruchung, der sich Menschen aus Pflicht unterziehen können, oder aber aus Neigung. Die – offiziell immer noch nicht anerkannte – Glücks-Wissenschaft spielt auch in der Theorie der wissenschaftlichen Sprache eine wesentliche Rolle. Ohne ihre Erkenntnisse bleiben viele Fragen unbeantwortet. Dies beweist dieses Buch. (Maria Nicolini (Hg): Wissenschaft, helldunkler Ort. Sprache im Dienst des Verstehens. Braumüller, Wien 2008, ISBN 978-3-7003-1638-1)

 

Befreie dich selbst

Autor: Matthias A. Exl, MBA mult., ist seit einer Lebenskrise aus dem Manager-Beruf ausgestiegen und als spiritueller Ratgeber und Geistheiler tätig.

Definition für Glück: „Jeder Mensch hat im Leben eigentlich nur ein Ziel: Er will glücklich sein.“

Theorie: Wir leben in einem Traum nach den Gesetzen dieses Traumes. Diese hindern uns daran, glücklich zu sein. Wenn wir das erkennen, können wir aus dem Traum erwachen und uns von den Gesetzen dieses Traumes befreien. „...verändere aktiv die Realität und erfahre Glückseligkeit.“ (Matthias A. Exl: Befreie dich selbst! Über die Kunst, wahrhaftig zu leben. Verlag Mankau, Murnau 2008, ISBN 978-3-938369-19-3)

 

Management und Glücksforschung

Nicht als eigenes Buch, sondern als Kapitel im Jubiläumsband IX anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums der Versicherungsgeschichte Österreichs erschien eine umfassende Beschreibung des momentanen Standes der wissenschaftlichen Glücksforschung, verfasst vom Schriftführer des IFEG Dr. Herbert Laszlo. Konkret geht es darum, die praktische Anwendung der Axiome der optimalen Beanspruchung auf die Führung von Personal zu analysieren. Der im Vergleich zu den übrigen Beiträgen des Sammelbandes relativ umfangreiche Beitrag (Seiten 1243 bis 1263) bietet nach einem historischen Überblick über die Entwicklung der Glücksforschung konkrete Anregungen dafür, wie Manager ihre Untergebenen glücklich machen und auch selbst glücklich werden können, ohne ihre Leistungsziele aus den Augen zu verlieren. (Univ.-Prof. Dr. Dr. Wolfgang Rohrbach [Hrg.]: Österreich über alles, wenn es nur will. Versicherungsgeschichte Österreichs (Sammelwerk), Band IX (Jubiläumsband 20 Jahre), Holzhausen Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-85493-032-7)

Neo-Nature Studie

Eine Revolution im Verhältnis zur Natur diagnostiziert die jüngste Studie des www.zukunftsinstitut.de. Die lustfeindliche Umweltbewegung, deren Mitglieder am liebsten Selbstmord im Komposthaufen begangen hätten, hat einem glücksfreundlichen Umgang mit der Natur Platz gemacht. Sogar die Jäger, Feindbild der „alten“ Natur- und Umweltschützer, genießen im Namen der Natur immer mehr Zulauf.

Definition des Glücks: „Der Neo-Natureist versteht Natur nicht als Askese, sondern als Neuen Luxus.“ (Anja Kirig, Ingrid Schick: Neo-Nature. Der große Sehnsuchtsmarkt Natur. Kelkheim 2008, www.zukunftsinstitut.de ISBN 978-3-9398284-41-4)

 

Singen macht glücklich

Autor: Susanne Amberg Schneeweis, Studio zur Stimmbildung und Körperschulung.

Definition von Glück: Die Autorin macht keinen Unterschied zwischen Luck und Happiness. Es ist das, wonach wir Sehnsucht und Leidenschaft erleben. Selbstverwirklichung in künstlerischen Belangen.

Theorie: Zum Glück führt korrekte Spannung zwischen den Schulterblättern. Mantren (wiederholt gesprochene Sätze) machen glücklich, vor allem, wenn sie gesungen werden. Glück gibt der Glaube an Gott, wobei sich die Autorin auf den christlichen Glauben in der Form beruft, die Kardinal Dr. Franz König formuliert hat.

Ein Beispiel für das Singen zum Glück ist der Negro Spiritual „Nobody knows the trouble I’ve seen, Nobody knows but Jesus ...“

Ein sehr repräsentatives Buch (400 Seiten und Notenheft für die Praxis), gedacht und geeignet als Geschenk. (Susanne Amberg Schneeweis: Singen macht glücklich. Atem-Körper-Stimme. Edition neue Wege, Gösing 2006, ISBN 978-3-902061-09-6)

 

Glück und Sport

Midas Dekkers ist Biologe aus den Niederlanden. In Büchern schlägt er Brücken zwischen tierischer und menschlicher

Biologie.

Glück kommt im Untertitel des Buches vor, wird aber im Buch selbst nicht explizit definiert.

Theorie: „Niemand kann durch Sport sein Leben verbessern oder gar verlängern.“ Die Theorie der optimalen Beanspruchung ist dem Autor sichtlich nicht bekannt. (Midas Dekkers: Der Gesundheits- Wahn. Vom Glück des Unsportlichseins. Blessing, München 2008, ISBN 978-3-89667-369-5)

 

Glück in 7 Schritten

Autorin: Renate Frank, promovierte Psychologin, leitet die verhaltenstherapeutische Ambulanz der Universität Gießen.

Definition für Glück: „Ein glückliches Leben mit Vielfalt und Lebendigkeit ergibt sich durch das Überwinden von Anstrengungen, hat die inzwischen über neunzigjährige Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann stets betont.“

Theorie: Man kann in sieben Schritten glücklich werden:

1. Die eigenen Stärken besser kennen.

2. Die eigene Erfolgsstory erzählen.

3. Anerkennung und Wertschätzung.

4. Etwas aus dem Tag machen.

5. Die größte Stärke realisieren.

6. Innere Nörgler stoppen.

7. Humorvoll mit Erfolgen prahlen.

(Renate Frank: Glück. Lebe deine Stärken! Verlag Patmos, Düsseldorf 2008, ISBN 978-3-491-40134-1)

 

 

Lebe deine Mitte

Autor: Jürgen Pirker, Wellness-Coach.

Definition für Glück (ausdrücklich bezeichnet als „Versuch“, Glück und Erfolg zu definieren): „Dieses Buch wählt als Ausgangspunkt die Betrachtung des ‚Lebens der Mitte“, die antike griechische Philosophie.“ Verwendet wird der Begriff der „Eudaimonia“.

Methoden: Stressmanagement, Ernährung, Bewegung und Umwelt. Nach einer Einführung in die wichtigsten Glücks-Lehren der Antike, von Aristoteles über Epikur bis Marc Aurel, werden körperliche und geistige Übungen, von Atemübungen bis zu Phantasiereisen, beschrieben. Ein Buch für den praktischen Versuch, glücklicher zu werden. (Jürgen Pirker: „Lebe deine Mitte. Lifebalance mit dem Wissen der Antike. Goldegg Sachbuch, Wien 2007, ISBN 978-3-901880-34-6)

 

Kleines Glücksbuch

Autor: Hademar Bankhofer ist Gesundheits-Journalist. Er schreibt normalerweise über Ernährung und Hausmittel zur Bekämpfung kleiner Unpässlichkeiten. Nun springt er auf den Zug der Glücksforschungs-Mode auf.

Definition des Glücks: keine. Bankhofer anerkennt neben dem „großen Glück“ der Lotteriegewinne auch das „kleine Glück“ der Gartenarbeit und der Spaziergänge im Schnee.

Glückstheorie: Jeder Mensch hat einen „Glücksquotienten“, der mit 40 Fragen und bis zu 100 Punkten ermittelt werden kann. Zu den Fragen gehört z.B.: „Wie oft essen Sie im Lauf eines Tages Obst oder Gemüse?“ Daran schließt sich ein Trainingsprogramm mit 20 „Schritten zum Glück“ an. (Professor Hademar Bankhofer: Bankhofers kleines Glücksbuch. Die besten Tipps für gute Laune, Lust & Liebe, Verlag südwest, München 2008, ISBN 978-3-517-08430-5)

 

Wohlfühlbuch

Autor: Hademar Bankhofer

Definition für Glück: keine. Unter dem Buchstaben „G“ finden sich in diesem lexikalisch aufgebauten Buch die Worte Gesicht, Granatapfel, Grill-Party und Gurken – aber kein Glück. (Hademar Bankhofer: Das Wohlfühlbuch. Gesundheit für jeden Tag von A bis Z. Amalthea Signum Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-85002-635-2)

 

Familie als Glücksfaktor

Autoren: Marcus Mockler ist Journalist und Managementtrainer. Seine Frau Susanne ist „im Hauptberuf Mutter“.

Definition für Glück: keine. Am nächsten kommt die Widmung: „Unseren Kindern ... Ihr macht uns glücklich. Meistens.“

Theorie: „Wer heiratet, eine Familie gründet und seinem Partner treu bleibt, hat statistisch die besten Chancen, all das zu bekommen, wonach er sich sehnt.“ (Susanne und Marcus Mockler: Familie, der unterschätzte Glücksfaktor, Brunnen Verlag, Gießen 2008, ISBN 978-3-7655-1412-8)

 

Humanomics

Autor: Uwe Jean Heuser, Wirtschaftsredakteur.

Definition von Glück (nach Melinda Davis,  Institut „The Next Group“: „Wir wissen, dass wir etwas wollen – und wünschen es uns voller Sehnsucht und Leidenschaft, ja Inbrunst. Wir können nur einfach nicht definieren, was es ist.“

Theorie: Die Wirtschaftswissenschaft kehrt sich ab vom Bild des rational wirtschaftenden „homo oeconomicus“ und entdeckt die Emotion, (leider noch nicht die Glücksforschung).

Eine gute Ergänzung zu „Happiness Economics“, zur Lehre von der Wirtschaft des Glücklichseins. (Uwe Jean Heuser: Humanomics. Die Entdeckung des Menschen in der Wirtschaft. Campus, Frankfurt 2008, ISBN 978-3-593-38117-6)

 

Affirmationen zum Glücklichsein

Autorin: Gila van Delden leitet Seminare zu Problemen des Lebens. Sie gibt „Affirmationen“ als Hilfe zur Selbsthilfe. Autorin des Buches „Impulse zum Glücklichsein“.

Definition des Glücks: „ ... ein Spiel, eine Herausforderung, eine Ansammlung von Chancen, getragen von Dankbarkeit, Glück und Liebe.“ (Ist eine Beschreibung des Lebens, kommt aber trotz der Zirkel-Form einer Definition des Glücks am nächsten.)

Glückstheorie: „Unser Glück ist kein Geschenk, das andere Menschen für uns bereithalten.“ Jeder Gedanke ist eine „Affirmation“. Daraus entstehen Handlungen und Überzeugungen. Glück ist durch Worte zu beeinflussen. Das Buch zitiert zum Beispiel Emile Coué als Begründer der modernen Autosuggestion: „Mit jedem Tag geht es mir in jeder Hinsicht besser und besser“, und als Mittel gegen Schmerzen: „Es ist vorbei. Es ist vorbei. Es ist vorbei!“ Ferner arbeitet die Autorin mit der Vorstellung, von Engeln umgeben zu sein, die für ihr Wohlergehen sorgen. (Gila van Delden: Lass dein Leben leuchten! Affirmationen zum Glücklichsein. Verlag Integral, München 2007, ISBN 978-3-7787-9182-0)

 

Glücks-Märchen

Autor: Otto Lichtner, Projekt „Glückskrümel“.

Dieses Buch stellt den Versuch dar, durch eine Märchenwelt glücklich zu werden – und Menschen glücklich zu machen. Gegenstand ist der Planet „Glückskrümel“, eine Million Kilometer von der Erde entfernt, und wer das Buch erwirbt, bekommt ein Zertifikat für einen Kilometer dieses Weges. Wer die Reise des Glückskrümel- Bürgers Amadeo zur Erde und auf dieser kreuz und quer genießen will, sollte sich dieses Buch beschaffen. (Otto Lichtner: Amadeo und die Zauberflügel, Lutzi-Verlag, Allgäu 2006, ISBN 3 9805325-7-7)

Nicht über Amazon erhältlich

Ratgeber „Glück“

Autoren: Almut Carlitschek, Diplom-Pädagogin, und Sven-David Müller-Nothmann, Diätassistent.

Definition von Glück: Glück bezeichnet ... das Gelungene, das leicht Erreichte. Abgeleitet von der Wörterbuch-Bedeutung des Wortes.

Theorie: Wir stellen hohe Ansprüche an das Glück und nehmen das Unglück als selbstverständlich.

Das Buch beginnt mit einer Übersicht über die Glücks-Theorien in der Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart,

geht weiter mit einem Glücks-Fragebogen und kommt schließlich zu Glücks-Übungen, die sich ganz gut für die praktische Suche nach Glück eignen. (Carlitschek, Müller-Nothmann: Glück. So genießen Sie jeden Tag. Humboldt- Ratgeber, Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 2008, ISBN 978-3-89993-548-6)

 

Mit Glück Kunden gewinnen

Autor: Anne Schüller, Diplom-Betriebswirtin, Beraterin für strategisches Marketing.

Definition für Glück: „Kunden kaufen ... ein besseres, angenehmeres, bequemeres, sicheres Leben sowie ... Glück.“

Theorie: „Das Überleben in den Märkten der Zukunft wird maßgeblich davon abhängen, ob verstanden wird, wie das menschliche Hirn funktioniert.“ Dieses Gehirn wird nicht durch Handbücher beeinflusst, sondern durch die Mitarbeiter und – auf dem Weg über diese – durch den Firmenchef. Sinngemäß: Glücksforschung als Chefsache! Die Autorin gehört zu jenen Marketing-Expertinnen, die erkannt haben, dass hier die moderne Glücksforschung eine Rolle spielt. (Anne M. Schüller: Kundennähe in der Chefetage. Wie Sie Mitarbeiter kundenfokussiert führen. Orell Füssli Management, Zürich 2008, ISBN 978-3- 280-05282-2)

 

Eheglück

Autor: Claudia Teibler, Journalistin.

Definition für Glück: keine. Glück wird als gegeben angenommen.

Theorie: Auch die Theorie, dass Heirat glücklich mache, wird – unter Berufung auf eigene Erfahrungen der Autorin – unhinterfragt akzeptiert. Eine gut recherchierte Reportage über Geschichte und Bedeutung der Ehe vom Mittelalter bis heute, immer im Sinne des Buchtitels als Weg zum Glücklichsein. (Claudia Teibler: Warum Heiraten glücklich macht. Verlag Elisabeth Sandmann, München 2008, ISBN 978-3-938045-11-4)

 

Lachyoga-Buch

Autor: Christoph Emmelmann, Trainer für Stressmanagement.

Definition für Glück: Lebensfreude pur, wie sie in der Erinnerung an die Jugend existiert.

Theorie: Lachen macht glücklich und gesund.

Dieses Buch enthält Übungen zur ältesten Gefühls-Theorie der Psychologie: Gefühle erzeugen durch die entsprechende Körpersprache. Es ist offensichtlich im Zusammenhang mit Seminaren und Beratungen entstanden und enthält recht praxisnahe Ratschläge. (Christoph Emmelmann: Das kleine Lachyoga Buch. Mit Lach-Übungen zu Glück und Entspannung. DTV, München 2008, ISBN 978-3-423-344429-6)

 

Herzinsuffizienz

Autor: Prim. Univ.-Prof. Dr. Heinz Weber, SMZ Ost/Donauspital Wien.

Wie in der Medizin üblich, ist das kein Buch über das Glück, sondern über dessen Beeinträchtigungen, im konkreten Fall durch die neue Modekrankheit „Herzinsuffizienz“. Wenn das Herz nicht die nötige Menge Blut in den Körper pumpt, sind die Folgen unter anderem Freud- und Interesselosigkeit („Anhedonie“).

Problem: Meist wird diese Krankheit von Patienten und Ärzten übersehen, weil gerade das Herz sehr mit Angst besetzt ist. Darum sollte das Herz prüfen lassen, wer unmotiviert traurig ist. (Heinz Weber (Hrsg.): Herzinsuffizienz. Vom Symptom zum Therapie-Erfolg. Springer Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-211-72020-2)

 

Goldkinder

Autor: Thomas Druyen, Professor für vergleichende Vermögenskultur an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien.

Definition für Glück: Der große Traum vom guten Leben.

Theorien: Neid beruht auf der Vorstellung, dass die Dinge, die man beneidet, dem Beneideten jenes Glück verschaffen, das einem selbst mangelt. Beneidet wird nicht Besitz oder Einkommen, sondern Glück. Gesetze und Handeln sollten darauf abzielen, ein größtmögliches Glück für alle zu schaffen.

Druyen diagnostiziert ein „paradoxes Glücksempfinden“. Wenn Menschen sich im Vergleich zu anderen reicher fühlen, sind sie glücklich. Wird die ganze Gesellschaft reicher, empfinden die Einzelnen dies nicht als Glück. (Thomas Druyen: Goldkinder. Die Welt des Vermögens, Verlag Murmann, Hamburg 2007, ISBN 978-3-938017-85-2)

 

 

Lebensgeschichte

Autor: Klaus Emmerich, Journalist.

Autobiographien sind nicht unbedingt „Glücksbücher“, lassen aber auf Quellen des Lebensglücks schließen. Im konkreten Fall ist dieser Lebensbericht angereichert durch Hintergrund-Berichte über Ereignisse, die man vordergründig aus den Medien kennt. (Klaus Emmerich: Dern Berichterstatter. Ein Journalistenleben zwischen Wien, Bonn, Washington und Brüssel. Böhlau Verlag, Wien 2008, ISBN 3-205777417)

 

 

9 Schritte zum Glück


Autor: Hans Kreis ist Berater und Visions-Coach.
 

Definition: „Die Blume, die Ihren wahren Namen trägt.“
 

Theorie: Im Spannungsfeld zwischen Vision und Angst präsentiert der Berater Hans Kreis Erlebnisse seiner Patientinnen und Patienten, anonymisiert und verbunden durch den roten Faden der wirkungsvollen Vision, die unser jeweiliges Leben bestimmt. Ein Buch für alle, die selbst Lösungen von Konflikten suchen oder anderen Menschen bei solchen Lösungen helfen wollen, aber auch
eine Ergänzung zu den Visions-Findungs-Workshops des Autors. (Hans Kreis: Die Kraft der Lebens-Visionen. In 9 Schritten zum Glück. Verlag Knaur, München 2007, ISBN 13: 978-3-426-66591-6)

 

 

Zurück zur Freude

Autor: Majda Moser, Lebens- und Sozialberaterin, Wien.

Definition: Gegenteil von Einsamkeit.

Theorie: Majda Moser arbeitet nach der von Wilhelm Reich entwickelten und von Alexander Lowen vervollkommneten Methode der bioenergetischen Körperarbeit. Die Grundthese besteht darin, dass das so genannte Unbewusste nicht im Gehirn, sondern in Muskelspannungen zu suchen ist. Diese werden zuerst – im Vergleich zu ungestörten Menschen – erkannt und dann durch manuelle Beeinflussung abgebaut.

Das Buch ist in erster Linie eine Sammlung von Fallbeispielen aus der Beratungspraxis.

(Majda Moser: Zurück zur Freude. Statt einsam wieder lebensfroh. Kneipp Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-7088-0424-8)

 

 

WOW-Marketing
Rätseln Sie nicht, wofür WOW als Abkürzung stehen könnte – es ist keine. WOW (sprich „wau“) ist jener Ausdruck, mit dem zum Beispiel der Glücksforscher Prof. Ernst Gehmacher das Glück „definiert“. Genau auf dieser Emotion baut Claudia Hilker ihre Marketing-Strategie auf, die es mittelständischen Unternehmen ermöglichen soll, mit kleinem Werbebudget
erfolgreich zu sein. (Claudia Hilker: WOW-Marketing – Kleines Budget und große Wirkung. Besser verkaufen
mit kreativen Marketingideen. Business Village, Göttingen 2008, ISBN 978-3-938358-57-3)

 

 

Glücks-Übungsbuch

Autor: Sylvia Boorstein, PhD, Lehrerin am Spirit Rock Meditation Center, Woodacre, Califormia.

Definition: Was wir einander in buddhistischen Gebeten wünschen.

Theorie: Glück entsteht durch Gefälligkeit („Kindness“) gegenüber anderen Menschen. (Sylvia Boorstein, PhD., Happiness Is an Inside Job, Ballantine Books, New York 2007, ISBN 978-0-345-48131-3)

 

 

Das „Wie“ des Glücklichsein

Autor: Sonja Lyubomirsky, PsychologieProfessorin an der University of California in Riverside, wohnt mit ihrer Familie in Santa Monica. Der neue Shooting Star der positiven Psychologie.

Definition: Was wir alle anstreben. Alle anderen Ziele einschließlich spiritueller Erfüllung verfolgen wir, weil wir annehmen, dass sie uns glücklicher machen.

Theorie: 50 % unseres Glücks sind angeboren, 10 % hängen von unserer Umwelt ab, aber 40 % können wir selbst beeinflussen.

Dazu listet Lyubomirsky folgende Aktivitäten auf, die glücklich machen:
1. Dankbarkeit ausdrücken.
2. Optimismus kultivieren.
3. Soziale Vergleiche vermeiden.
4. Gefälligkeiten tun.
5. Soziale Beziehungen pflegen.
6. Bewältigungs-Strategien entwickeln.
7. Verzeihen lernen.
8. Flow-Erfahrungen vermehren.
9. Lebensfreude genießen.
10. Sich für Ziele verpflichten.
11. Religion praktizieren.
12. Meditieren.
13. Sport betreiben.
14. Körpersprache: So tun, als wäre man glücklich.
(Sonja Lyubmirsky: The How of Happiness. A Scientific Approach to Getting the Life You Want. The Penguin Press, New York 2008, ISBN 978-1-59420-148-6)

Liebe, Sex und Partnerschaft

Autor: Andreas Winter, Diplom-Pädagoge, Institut Powerscout, Dortmund.

Definition: keine explizite.

Theorie: Viele Menschen sind einsam oder in Beziehungen unglücklich, weil die Liebesfähigkeit durch die Eltern geprägt, oft sogar verhindert wird. „Wir heiraten unsere Eltern“, lautet die provokante These. Erotik, Sex und Selbstliebe sind für glückliche Beziehungen wichtig.

(Andreas Winter: Liebe, Sex und Partnerschaft. Warum Erfüllung so einfach sein kann! Band 4 in der Reihe „Der Psychocoach“, Mankau Verlag, Murnau a. Staffelsee 2008, ISBN 978-3-938396-16-2. Erhältlich ab 14.2.08)

Grundlos glücklich

Autor: Marci Shimoff und Carol Kline, Bestseller-Autorinnen bei Selbsthilfe-Büchern.

Definition: Leichtigkeit des Geistes, Sinn für Humor und einfache Freundlichkeit, erfahren in einem Dorf am Himalaya.

Theorie: Die derzeitige Glücksforschung hat funktionierende Wege zum Glücklichsein, die sich in 7 Regeln formulieren lassen:

1. Nehmen Sie Ihr Glück in Besitz.

2. Glauben Sie nicht alles, was Sie denken.

3. Lassen Sie sich von Liebe führen.

4. Machen Sie die Zellen Ihres Körpers glücklich.

5. Koppeln Sie sich an den Geist an.

6. Leben Sie inspiriert von Sinn.

7. Pflegen Sie nahrhafte Beziehungen.

Basis der Arbeit ist nicht nur Literatur, es sind auch Interviews mit 100 glücklichen Menschen.

(Marci Shimoff with Carol Kline, Happy for No Reason, 7 Steps to Being Happy from the Inside Out, Free Press, New York 2008, ISBN-13: 978-1-4165-4772-3)

Glücks-Geographie

Autor: Journalist Eric Weiner, Korrespondent von National Public Radio. Bezeichnet sich selbst als Griesgram.

Definition: Was Ruut Veenhoven als Glück bezeichnet.

Methode: Beginnend von einem Besuch in Rotterdam bei Ruut Veenhoven unternimmt der Autor eine journalistische Reise zu jenen Ländern, die ihm in Veenhovens Database of Happiness als besonders glücklich oder unglücklich aufgefallen sind.

+ Schweiz: gilt als sehr glücklich, aber sehr restriktiv. Keine Toilettespülungen nach 22 Uhr, und keine Witze. (Der Autor kennt offensichtlich nicht die Österreicher-Witze der Schweizer, Anm. beim Exzerpieren.) Beurteilung: negativ.

+ Bhutan: Bruttoglücksprodukt wird von einem Hotelier des Landes so definiert: Erkenne deine Grenzen. Wisse, wann genug genug ist.“ Ein Land der Kompromisse. Urteil: leicht positiv.

+ Qatar: Geld regiert, Kultur fehlt. Beurteilung: negativ.

+ Island: Bevölkerung betrunken, isoliert und glücklich. Grund: Versagen wird als legitime Möglichkeit anerkannt. Urteil: positiv.

+ Thailand: Glück bedeutet, ein gutes Herz zu haben und ruhig zu bleiben.

+ Großbritannien: Glück ist hier eine Baustelle. Ist am ehesten in einem Pub zu finden.

+ Indien: Glück ist Widerspruch. Das Finden von Edelsteinen im Griesgram.

+ USA: Glück ist die Suche nach Glück.

Weiner warnt, dass die Dinge, von denen wir uns Glück erwarten, zum Beispiel mehr Wahlfreiheit, uns in Wirklichkeit weniger glücklich machen.

(Eric Werner: The Geography of Bliss. One Grump’s Search fort he Happiest Places in the World, http://www.ericweinerbooks.com)

Psychosomatische Intelligenz

Autor: Dr. Christian Fazekas, Arzt für Psychotherapeutische Medizin an der Medizinischen Universität Graz.

Definition: Glück kommt in der Form vor, dass man „sich und andere gut behandelt“.

Theorie: Psychosomatische Intelligenz ist unser Vermögen, auf eigene körperliche Signale geistig sinnvoll zu reagieren.

Neben den eigenen Empfindungen, die oft unterdrückt werden, befasst sich das Buch mit den körperlichen Empfindungen anderer Menschen, über die wir in der Regel nur wenig wissen. Am Beispiel von Gesprächen werden solche Empfindungen geschildert, wobei auf Seite 9 auch der Satz fällt: „Insgesamt fühle ich mich im Moment aber echt erleichtert, fast glücklich.“ Schade, dass in diesem Zusammenhang die Glücksforschung nicht behandelt wird. (Christian Fazekas: Spüren und Denken. Psychosomatische Intelligenz im Alltag. Springer, Wien 2007, ISBN 978-3-211-72055-4, 19,95 Euro.)

 

 

Lebenskunst-Strategien

Autor: Stefan F. Gross ist Management-Dozent und Autor. Auf der Website www.sueddeutsche.de schreibt er eine Kolumne: „Lebenskunst für Manager.“

Definition: Lebenskunst ist die Kunst der Leichtigkeit. Diese Definition beruft sich auf den Schweizer Psychologen Carl Gustav Jung.

Beispiele für Ratschläge: Gönnen Sie sich mehr Heiterkeit. Achten Sie auf das Positive. Meiden Sie Stimmungsräuber. Fördern Sie Ihre Zufriedenheit. Zügeln Sie Ihren Perfektionismus. Aktivieren Sie Ihre Beziehungsintelligenz. Nutzen und genießen Sie jeden Tag. (Stefan F. Gross: Die Kunst der Leichtigkeit. Die 12 wichtigsten Lebenskunst-Strategien für mehr Erfolg und Lebensqualität. Redline Wirtschaft, München 2007, ISBN 978-3-636-01475-7, 12,20 Euro.)

 

Glück und Körper

Autor: Samy Molcho ist nicht nur einer der bekanntesten Pantomimen des vergangenen Jahrhunderts, sondern seit seinem Abschied von der Bühne ein führender Experte für Körpersprache.

Das Buch ist kein „Glücks-Buch“, sondern eine Lebensgeschichte, in der Glück nur am Rande vorkommt. Dies aber in einer praxisnahen, lebendigen Form, wenn Molcho zum Beispiel im Rahmen eines Seminars die „rationalen“ Einwände von Technikern mit der Gegenfrage entkräftet: „Arbeitet ihr vielleicht manchmal auch mit  Freude oder gar mit Leidenschaft? Freut ihr euch über einen Erfolg bei der Arbeit und ärgert ihr euch vielleicht nicht über einen Misserfolg?“

Die Körpersprache hat er bis zurück zum klassischen Altertum studiert. Er berichtet: „Körperliche Zustände erzeugen Gefühle und Gefühle erzeugen körperliche Zustände. Es handelt sich um ein System, das von innen nach außen und von außen nach innen wirkt.“

Über seinen Zugang zur Körpersprache berichtet der erfolgreiche Pantomime: „Ich war vor allem deshalb die beste Versuchsperson, weil ich über Jahre und Jahrzehnte hinweg alles an mir selbst ausprobiert habe.“   (Samy Molcho: ...und ein Tropfen Ewigkeit. Mein bewegtes Leben. Amalthea Verlag, Wien 2007, ISBN 978-3-85002-612-3).

 

Glücklicher sein

Autor: Dr. Tal Ben-Shahar ist jener Harvard-Professor, der mit seinem Kurs über positive Psychologie im vergangenen Studienjahr 855 Einschreibungen verzeichnete. Das war der größte Kurs in der Geschichte dieser Universität. Das Buch ist ein Auszug seiner Vorlesung.

Definition: Ben-Shahar gibt keine positive Definition, sagt aber, was Glück seiner Meinung nach nicht ist: Keine Emotion, nicht dasselbe wie Vergnügen, Heil, Extase oder Zufriedenheit. Wir können traurig sein und trotzdem umfassendes Glück genießen. Es gibt keine universelle Norm für Glück, und wenn es sie gäbe, wüssten wir nicht, wie sie zu definieren ist. Und wenn wir es wüssten, würde uns das nicht glücklicher machen.

Theorie: Es geht nicht darum, „glücklich“ zu sein, sondern „glücklicher als zuvor“. Man kann immer glücklicher werden als man es im Moment ist. Es geht aber nicht darum, glücklicher zu sein als andere Menschen, umso mehr, als wir gar nicht erkennen können, wie glücklich diese wirklich sind. Es geht darum, morgen glücklicher zu sein als heute und heute glücklicher als gestern.

Der Weg dazu besteht darin, Rituale zu schaffen, die einen glücklich machen. Das ist derselbe Weg wie jener, auf dem sich Spitzensportler zu Höchstleistungen trainieren. Nicht Wünsche und Vorsätze wirken, sondern Rituale wie das tägliche Zähneputzen. Rituale erfüllen sich ohne willentliche Anstrengung, rein aus Gewohnheit. Das Buch enthält zahlreiche Vorschläge für solche Rituale, beginnend mit einem Tagebuch, an das man an jedem Abend einträgt, wofür man am abgelaufenen Tag dankbar sein muss.

Das Glück selbst teilt Ben-Shahar in gegenwärtiges und zukünftiges Glück ein. Im Umgang mit beiden unterscheidet er vier Typen von Verhaltensweisen.

+ Hamster im Laufrad („Rat Racer“) ist, wer zugunsten zukünftigen Glücks auf gegenwärtiges Glück verzichtet.

+ Hedonist ist, wer zugunsten gegenwärtigen Glücks auf zukünftiges verzichtet.

+ Nihilist ist, wer weder heute glücklich ist, noch Hoffnung auf zukünftiges Glück hegt.

+ Glücklich ist, wer sowohl heute glücklich lebt, als auch Hoffnung auf zukünftiges Glück nicht zerstört. Das ist die Zielsetzung der positiven Psychologie. (Tal Ben-Shahar: Happier. Learn the Secrets to Daily Joy and Lasting Fulfillment. McGraw Hill, Maidenhead, GB, 2007, 12,99 GBP, ISBN 978 007 140 23 93)

 

Glück und Gesundheit

Autoren: Peter Bardehle, Volkswirt und TV-Autor, und Kurt Langbein, Dokumentarfilmer.

Definition: Glück wird – als Teil der Wellness – in einem Zusammenhang mit Gesundheit gesehen und behandelt.

Theorie: Schon im alten Indien, China und Rom gab es Vorläufer der heutigen Medizin, die wesentlich mehr als die heutige Schulmedizin auch das Glücklichsein, zum Beispiel durch Schönheit, Badevergnügen und Massagen in ihren Bereich integrierten.

Spiegel als Grabbeigaben, Ruinen römischer Bäder und überlieferte Massagetechniken belegen dies in Wort und Bild. (Langbein / Bardehle: Entdecker der Wellness. Gesundheitskünste im alten China, Indien und Rom. Ueberreuter und ORF, Wien 2007, 24,95 Euro, ISBN 978-3-8000-7315-3)

 

Lust auf Menschlichkeit

Autor: Rainer Haak, Theologe, Gründer eines Abenteuerlagers für Jugendliche.

Definition: „Verlassen der Jammerzone“.

Theorie: Durch mehr Menschlichkeit werden wir selbst glücklicher. Helfen statt Jammern. Menschen machen einander glücklich. (Rainer Haak: Jammerfreie Zone. Die neue Lust auf Menschlichkeit. Verlag Johannis, Lahr 2007, ISBN 978-3-501-05350-7)

 

 

Kritik der Lebenskunst

Autoren: Ludger Heidbrink (Leiter der Forschungsgruppe „Kulturen der Verantwortung“), Dieter Henrich, Otfried Höffe, Christoph Horn, Wolfgang Kersting, Claus Langbehn, Alexander Nehamas, Michael Pauen, Thomas Rolf, Martin Seel, John Sellars, Dieter Thomä, durchwegs aktive oder emeritierte Professoren der Philosophie und verwandter Gebiete.

Definition: Philosophische Reflexion gelin­genden Lebens. Philosophische Ausle­gung der Ethik des gelingenden Lebens.

Theorie: Wir erleben eine „Re-Aristotelisierung“ der Philosophie und der Ethik, also eine Rückbesinnung auf die Ideale der Antike. Die moderne „Ars-vivendi-Bewegung“ stellt eine Gelegenheit zur Selbstprüfung der Philosophie dar. Herausgeber Wolfgang Kersting und Claus Langbehn weisen darauf hin, dass „Thesen über die vielfältige Bedingtheit unseres Handelns dringend empfehlen, von alten Selbstmächtigkeitsillusionen Abschied zu nehmen.“ Das bedeutet wörtlich nicht mehr und nicht weniger als den philosophischen Abschied von der umstrittenen Konstruktion des Freien Willens. Entsprechend dem Charakter eines Sammelwerks vertreten die einzelnen Beiträge kontroversielle Meinungen, die durch das gemeinsame Thema „Lebenskunst“ verbunden sind. (Kersting / Langbehn (Hrsg.): Kritik der Lebenskunst. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-518-29415-4.)

Glück und Behinderung

„Ich kann ohne Zögern sagen, dass mein Leben reicher war, weil ich MS (Multiple Sklerose, eine schwere Gelenkskrankheit, Anm.d.Red.) habe. Wie kann jemand, der keine Erfahrung mit Behinderungen hat, das verstehen?“ Helen Henderson, Kanada. (John Glad: Future Human Evolution, Hermitage Publishers, Shulkyl Haven 2008, ISBN 1-55779-154-6)

 

Ethik ohne Glück

In einer Tagung über „Ethik in Zeiten der Globalisierung“, 13.-14.10.06, befasste sich ein(!) Vortrag mit der Frage: Kann Moral glücklich machen?

Autor: Prof. Dr. Kurt Bayertz, West­fälische Wilhelms-Universität, Münster,

Glück: Das, wovon wir annehmen, dass es alle Menschen anstreben.  Bayertz geht im Unterschied zu den Philosophen des Altertums und ihren heutigen Nachfolgern von einem subjektiven Glücksbegriff aus. Der klassische objektive Glücksbegriff sei nicht auf das angenehme Leben reduzierbar wie der subjektive. „Glück kann demnach als ‚dauerhaftes Wohlbefinden’ expliziert werden.“

Theorie: Ausgehend von der Frage, ob das Streben nach Glück als moralfördernder Faktor angesehen werden kann, stellt der Autor fest, dass Moral umso schwerer zu argumentieren ist, je weniger ihre Einhaltung zum Glück beiträgt. Antworten erwartet sich Bayertz von der empirischen Glücksforschung, die von der Philosophie bisher zu wenig beachtet worden sei.

Verblüfft zeigt sich Bayertz über die Übereinstimmung der Ergebnisse der empirischen Glücksforschung mit den Forderungen der antiken Philosophie. In beiden Fällen zeige sich ein unerwartet niedriger Zusammenhang zwischen materiellem Wohlstand und Glück.

Bemerkenswert sei ferner der hohe Zusammenhang zwischen Glück und sozialen Beziehungen.

Als Konsequenz seiner Überlegungen stellt Bayertz fest,

·       Moral könne glücklich machen und

·       Glück sei kein Handlungsziel, man kön­ne sich also nicht selbst glücklich machen.

(Pelinka / Reinalter, Hrsg.: Ethik in Zeiten der Globalisierung. Braumüller, Wien 2007, ISBN 978-3-7003-1628-2)

Anti-Glücks-Buch

Autor: Wilhelm Schmid, freier Philosoph in Berlin und außerplanmäßiger Professor in Erfurt.

Definition: „Glück ist nichts als ein Wort. Also Schall und Rauch.“ Trotzdem definiert der Autor dann drei Arten von Glück:

1. Das Zufallsglück einschließlich „Glück im Unglück“.

2. Das Wohlfühlglück: „Spaß haben, angenehme Erfahrungen machen, Lüste empfinden, Erfolg haben, kurz: all das erleben, was als positiv gilt.“ Englisch: happiness, französisch „bonheur“.

3. Das Glück der Fülle entspricht dem griechischen Wort „eudaimonia“ (Sokrates, Platon, Aristoteles) oder beatitudo (Seneca) und umfasst nicht nur das Angenehme, Lustvolle, sondern auch das Unangenehme, Schmerzliche.

4. Das Glück des Unglücklichseins: Melancholie

Theorie: „Es ist die philosophische Lebenskunst, die einen Menschen davor bewahren kann, das gesamte Leben mit einem einzigen Wohlfühlglück zu verwechseln.“

Das Glück der Fülle ist allein von der geistigen Haltung zum Leben abhängig. Es ist „gleichsam das Atmen zwischen den Polen des Positiven und Negativen“. Es ist das einzige Glück, das dauerhaft sein kann.

Glück kann ein Ersatzbegriff für Sinn sein. Dieser setzt mit der Erfahrung von Sinnlichkeit ein. (Wilhelm Schmid: Glück. Alles, was Sie darüber wissen müssen und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist. Insel Verlag, Frankfurt a.M. 2007, ISBN 3-458-17373-1. 7,- Euro)


 

Glücks-Anthologie

Eine erfrischende Sammlung von Zitaten ähnlich jenen, die Monat für Monat im Happiness Observer stehen, ist der Redaktion zur Rezension zugeleitet worden. Hier ein Beispiel: „Es gibt Tage, an denen ich glaube, ich werde an einer Überdosis Befriedigung sterben.“ (Salvador Dali). (Buchtitel: Glück ist eine Hühnersuppe, alle Tassen im Schrank, ein Lächeln – und das ist schon viel. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2007, 98,40 Euro, ISBN 978-3-451-21482-0)

 

Interview mit Csikszentmihalyi

Mihaly Csekszentmihalyi (ausgesprochen: Tschiksentmihaji) gab Ingeborg Szöllösi ein Interview, das seine Lebensphilosophie jenseits der Idee des Flow beschreibt. Es geht darin schwerpunktmäßig um philosophische Fragen wie jene des Freien Willens.  (Ingeborg Szöllösi (Hrsg.) Flow – der Weg zum Glück. Der Entdecker des Flow-Prinzips erklärt seine Lebensphilosophie. Herder, Freiburg 2007, ISBN 978-3-451-28923-1)

Bei Amazon.de nicht im Programm

Buddha und Glück

Autor: Marie Mannschatz, Meditationsleh­rerin und Psychotherapeutin.

Definition: keine explizite. Implizit: „Glücklich sein, wer möchte das nicht?“

Theorie: Fünf Hindernisse stören unse­ren Weg zum Glücklichsein: Zweifel, Unruhe, Trägheit, unstillbares Verlangen und Widerwillen. Abhilfe schafft nach der Leh­re Buddhas die Achtsamkeit, das Akzeptieren dessen, was ist.

Ein Buch mit zahlreichen Beispielen und praktischen Übungen. (Marie Mannschatz: Buddhas Anleitung zum Glücklichsein. Fünf Weisheiten, die Ihren Alltag verändern. Gräfe und Unzer, München 2007, 15,40 Euro, ISBN 978-3-8338-0250-8)

 

Rigoroses Glück

Bernd Ternes, Freie Universität Berlin, Verein zur Förderung des rigorosen Glücks: Beatitude-Fortun­ing e.V.

Definition: Ternes bezieht in den Begriff des „rigorosen Glücks“ sowohl das Glückhaben, als auch das Glücklichsein ein. Zum Unterschied vom „konservativen Glück“, das ein Gefühl des Einzelnen ist, soll rigoroses Glück in die Gesellschaft und das „Gemüt“ der Menschen im­plementiert werden.

Eine Bereicherung des Wortschatzes rund um das Glück bietet die futuristische Erzählung „Experimenta Felicitologica“ von Stanislav Lem, die in dieses Buch (Seite 267 ff) aufgenommen wurde. Sie stammt aus: „Die Phantastischen Erzählungen“, Seite 239-294, Insel, Frankfurt am Main 1980, und handelt von einem „felizitologischen Experiment“, bei dem das Glück in „Glückseinheiten“ gemessen wird, die „Hedonen“, abgekürzt „Heds“, heißen und das Glück in Zentimetern, Gramm und Sekunden ausdrücken. (Anm. beim Exzerpieren: In der modernen Glücksforschung hat diese komplizierte, aus dem Griechischen abgeleitete Terminologie keine Wirkung gezeigt. Sie nimmt aber die Wortschöpfung von Matthias Horx vorweg, der von „Happyologie“ spricht.)

Theorie: Liebe und soziale Anerkennung sind in den gängigen gesellschaftlichen Formen defizitär bis ruiniert. Mit dem rigorosen Glück sollen die Stoffwechselprozesse zwischen Menschen untereinander und zwischen Mensch und Gesellschaft reformuliert (Zitat) werden. Es geht um die Frage: Wie kann über das Glück eine neue gesellschaftliche Vermittlungsqualität hergestellt werden.

Das Buch sammelt verschiedene Annäherungen an dieses Problem aus der Feder unterschiedlicher Autoren, Autorinnen und Kollektive. (Bernd Ternes (Hrsg.): Das rigorose Glück. Erste Annäherung. Tectum Verlag, Marburg 2002, ISBN 3-8288 -8388-5)

 

Süchte

Eine interessante Einteilung des Suchtverhaltens von Menschen liefert Univ.-Prof. Dr. med. Reinhard Haller, Chefarzt eines Behandlungszentrums für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige, unter dem Titel: „Sucht: Lust oder Frust?“

+ Stoffgebundene Süchte hängen von Substanzen wie Alkohol ab.

+ Verhaltenssüchte können z.B. Arbeit, Vergnügen und Sexualität sein, wenn sie „süchtigen Charakter annehmen“.

+ Charaktersüchte sind zum Beispiel Kritik- oder Streitsucht.

+ Krankheiten, die als „Sucht“ bezeichnet werden, wie zum Beispiel Gelb- oder Wassersucht, gehören laut Haller nicht zu den von ihm behandelten Süchten.

Das Wesen der Sucht sieht Haller „im Erstreben und Erleben der Suchtsensation, des Rausches“. (Reinhard Haller: (Un)Glück der Sucht. Wie Sie Ihre Abhängigkeiten besiegen. Ecowin, Salzburg 2007, ISBN 978-3-902404-48-0)

 

Zartes Glück

Autor: Dr. Marianne Skarics ist eine hochsensible, vielseitig gebildete Publizistin und Soziologin. Sie schreibt für hochsensible Personen und für Manager, die diese zu führen haben.

Definition: Flow ist ein Zustand geistiger Ordnung des Bewusstseins, der zu einem Gefühl tiefer Befriedigung führt.

Theorie: Freude ist ein bedeutsamer Faktor zur Erhöhung unserer Lebensqualität. Vergnügen vergeht schneller als Freude.

Bestandteile der Freude sind eine erfüllbare Aufgabe, klare Ziele, Konzentration, Hingabe, Kontrolle, Veränderung des Zeitgefühls und andere. Aus diesen Elementen entsteht eine optimale Erfahrung. (Dr. Maria Skarics: sensibel kompetent. Zart besaitet und erfolgreich im Beruf. www.festland-verlag.com, Wien 2007, ISBN 978-3-9501765-2-0)

 

Gratis-Glücksbuch

Michael Anthony ist Golftrainer, der ein erfolgreiches Lehrbuch über die Psychologie des Golf über das Internet vertreibt. "How to be Happy" ist eine Version seiner Lehren für Nicht-Golfer, die er unter www.howtobehappy.org zum kostenlosen Download anbietet.

Definition: Glück und Erleuchtung erreicht man, wenn man die eigenen Gedanken in Harmonie mit Gott und dem Universum bringt (S. 48)

Theorie: Glück erreicht man durch ein Mantra aus acht Worten: Ich bin immer aufrichtig, positiv und anderen hilfreich. (Michael Anthony: How to be Happy And Have Fun Changing The World, 2005, www.howtobehappy.org; kostenlos)

Bücher “auch” über Glück

In vielerlei Büchern kommt Glück als eines von vielen Themen vor. Hier eine Auswahl:

1.“Die glücklichen Tage“  (Les jours heureux) ist  ein kurzer Roman  von Laurent Graff, einem jungen französischen Schriftsteller, der  durch die Verfilmung mit Johnny Depp   Interesse bekommt.

(Laurent Graff: Die glücklichen Tage, BLT,  Bergisch Gladbach 2007, ISBN 978-3-404-92268-0)

 

2. „Der kleine Bär sucht das Glück“ von Waltraud Egitz und Lucia Scuderi ist ein gutes Beispiel für Kinderbücher zum Thema „Glück“. Der kleine Bär sucht in der Welt herum und findet auf dieser Glückssuche einen Freund, einen großen Bären. (Egitz /Scuderi: Der kleine Bär sucht das Glück, bohem press, Zürich 2007, ISBN 978-3-85581-446-6)

 

3. “Ein Unterton von Glück“ von Harald Hartung ist eine Sammlung von Texten über Lyrik und ihre Dichter wie Paul Celan oder Robert Schindel. (Harald Hartung: Ein Unterton von Glück, Wallstein, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0181-8)

 

4.“Warum Lesen glücklich macht“  bringt einfallsreiche Beispiele vom Lesen der Fährte bis zum glücklich machenden Verfolgen intelligenter Texte. (Stefan Bollmann: Warum Lesen glücklich macht, Elisabeth Sandmann, München 2007, ISBN 978-3-938045-25-1)

 

Anti-Eichstrich-Buch

Autorin: Rima Rudner, laut Vorwort von Dr. David T. Lykken „nicht Wissenschaftlerin oder Therapeutin“, sondern eine ganz normale amerikanische Hausfrau.

Lykken hat gemeinsam mit Auke Tellegen eine große Stichprobe eineiiger Zwillinge untersucht und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass Glück angeboren sei. Schon als er die Ergebnisse 1996 veröffentlichte, hatte er ein unangenehmes Gefühl, etwas übersehen zu haben. Sein Vorwort zum Buch von Rima Rudner, das genau von der Überwindung dieses Eichstrich-Denkens handelt, klingt wir eine Wiedergutmachung für seine zu eng gefasste wissenschaftliche Arbeit.

Definition: „Glück bedeutet nicht für jeden Menschen dasselbe. Einige sehen Glück als Abwesenheit von Unglück. Andere sehen es als „einfach Spaßhaben“. Aber für die meisten von uns hat das Glück, das wir suchen, eine tiefere Bedeutung.“ Aber auf Seite 5 wird sie dann konkret: „Happiness is a state of mind.“ Glück ist ein Geisteszustand.

Theorie: Man kann die angeborene Fähigkeit, Glück zu erleben oder nicht zu erleben, durch gezielte Aktivitäten ver­bes­sern und damit glücklicher werden.

Das Buch ist – auch nach der Meinung Lyk­kens – eine Art Tagebuch eines Men­schen, der, genetisch unglücklich, den Weg zu einem glücklichen Leben gesucht und gefunden hat. Das ergibt eine Vielzahl empirischer Ratschläge:

1. Mache dein Leben nicht komplizierter, als es ist. Glücklichsein ist einfach.

2. Wenn du das Gefühl hast, Dein Leben brauche einen Sinn, dann stelle dir eine – einfache – Aufgabe. Das Buch ist für die Autorin eine solche Aufgabe.

3. Nicht das, was einem passiert, macht einen glücklich oder unglücklich, sondern das, wie man es aufnimmt.

4. Glückliche Menschen übernehmen Verantwortung dafür, was ihnen passiert.

5. Das Verhältnis von genetischer Prädisposition für das Glücklichsein zu Umwelteinflüssen betrifft drei Gruppen:

+ Reaktiv ist die Beobachtung, dass lebhafte Kinder mehr erleben.

+ Passiv ist, dass intelligentere Eltern gemeinsam mit ihren Genen auch mehr intellektuelle Stimulation geben.

+ Aktiv ist die Tendenz der Menschen, Erfahrungen zu suchen, die mit ihren Genen zusammenpassen.

6. Entscheidend ist der Beschluss, glücklich sein zu wollen und es für richtig zu halten, dass man glücklich ist. „Dein Beruf ist, glücklich zu sein und der Menschheit zu dienen, indem du andere Menschen durch Nettigkeit, Taten und Arbeit glücklich machst.“ Wissenschaftlich gehört das Buch zum Bereich der „empirischen Glücksforschung“, die sich mit persönlichen Glückserlebnissen und Überlegungen über deren Ursachen befasst. (Rima Rudner: Choose to be Happy, Eigenverlag, ISBN 978-1-4196-6313-0.)

 

Blitzschnelles Glück

Autorinnen: Dr. med. Verena Breitenbach, Ärztin, und Katarina Katič, Journalistin. Definition: Ausgeglichen und fröhlich zu sein.

Theorie: Es kommt auf die Neurotransmitter an, die sich in so genannten „Vesikeln“ befinden, kleine Säckchen im Bereich zwischen den einzelnen Nervenzellen („Synapsen“), von wo sie aufgrund elektrischer Impulse freigesetzt werden. Der Vorrat dieser Botenstoffe kann durch richtige Ernährung vermehrt werden. Das besprochene Buch liefert ganze Listen von Nahrungsmitteln, die glücklich machen sollen. (Breitenbach / Katič: Endlich gut drauf! Serotonin: Wie Sie das Glückshormon auf natürliche Weise ankurbeln – für mehr Energie, Leichtigkeit und Lebensfreude. Knaur, Hamburg 2007, ISBN 978-3-426-64372-3.)

Glück und Moral

Autor: O. Prof. Otfried Höffe, Forschungs­stelle Politische Philosophie an der Universität Tübingen.

Definition: „Das eigene Wohl, auch Glück genannt.“ (Seite9)

Theorie: „Solange man das Glück rein subjektiv als Wohlbefinden versteht, stimmt es mit der Moral bestenfalls zufällig überein. Meint man mit Glück aber die Qualität eines gelungenen Lebens, dass nämlich das eigene Dasein glückt, so gehören dazu Haltungen, die zweifellos einen moralischen Charakter haben.“ (Klappentext)

(Otfried Höfe: Lebenskunst und Moral oder macht Tugend glücklich? C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-55745-3)

Gedankensplitter

Autor: Jean Gastaldi

Definition: Glück, das bedeutet vor allem im entscheidenden Moment einen Hauch von Ewigkeit zu verspüren – ganz einfach, indem man die Zeit vergisst.

Inhalt: Meditative Gedankensplitter, die helfen sollen, die Chancen des Glücks zu erkennen. (Jean Gastaldi: Das kleine Buch vom Glück, Heyne 2000, ISBN 978-3-453-19069-6.

Sport und Freude

Den Satz: „Ich treibe Sport ...“ ergänzen die meisten österreichischen Sporttreibenden mit den Worten: „... aus Freude an der Bewegung“.

Die Motive „... um fit und gesund zu sein“ und „... zur Entspannung und zum Stressabbau“ folgen erst auf den Plätzen 2 und 3.

Dies geht aus einem neuen Buch hervor, das soeben in der Serie „Sport und Gesellschaft“ erschienen ist. (Hilscher / Norden / Russo / Weiß: Entwicklungstendenzen im Sport, Lit Verlag Dr. W. Hopf, Wien 2007, ISBN 978-3-7000-0633-6).

Glückspolitik-Studie

Autoren: Helen Johns und Paul Ormerod, Wirtschaftsforscher.

Definition: Was die soziologische Glücksforschung erforscht.

Ergebnis: Die öffentliche und veröffentlichte Meinung über die Ursachen des „Bruttoglücksprodukts“ sind falsch.

+ Es stimmt nicht, dass die herkömmliche Politik das Bruttonationalprodukt im Auge hat. In fast allen Ländern ist die Steuerlast höher, als dem Bruttonationalprodukt zuträglich wäre.

+ Die heute üblichen Messmethoden für das Glück der Bevölkerung zeigen keine Korrelation des Glücks mit

- Lebenserwartung,

- Staatsausgaben,

- Behinderungen,

- Gleichstellung der Geschlechter oder

- Arbeitslosigkeit.

+ Es sei ebenso falsch, dass das Glück der Bevölkerung von den Unterschieden im Einkommen abhängt. Beispiel sind die USA, wo die Schere zwischen arm und reich in 30 Jahren größer wurde.

+ Die Daten der soziologischen Glücksmessung werden – wie auch andere Statistiken – von den Politikern  dazu verwendet, vorgefasste politische Meinungen zu untermauern.

Philip Booth, der zuständige Professor für die zitierte Arbeit, wirft in seinem Vorwort die Frage auf: „Solange … Verbesserung des Lebensstandards nicht auf Kosten der allgemeinen Wohlfahrt erreicht wird, warum sollten wir die natürliche menschliche Sehnsucht nach Selbstverbesserung unterdrücken, nur weil sie ein paar unangenehme Fragen für die Sammler von Glücks-Statistiken aufwirft?“ (Johns / Ormerod: Happiness, Economics and Public Policy, The Institute of Economic Affairs, London 2007, ISBN 978 0 255 36600 7.)

Positiv denken

So umstritten das positive Denken in der Psychologie auch ist, in der praktischen Suche nach Glücksgefühlen spielt es nach wie vor eine wichtige Rolle.

Autor: Michaela Roeder ist Lebensberaterin und Mentaltrainerin, verschweigt aber auch eigene Lebenskrisen nicht, die sie mit positivem („rosa“) Denken gemeistert hat. „Think Pink“ nennt sie ihre Methode.

Theorie: Jedes Unglück hat auch positive Elemente, über die man sich freuen oder zumindest lachen kann.

„Ein Pink-Thinker weiß, dass jedes Problem eine Lösung im Gepäck hat. Man muss nur ganz entspannt abwarten, bis sich diese zeigt“, lehrt sie.

(Michaela Roeder: Das Pink-Thinker Buch. Werde Besser-Denker und finde dein Glück. Spirit Rainbow Verlag, Aachen 2007, ISBN 978-3-937568-86-7.

Werte

„Wie verteilen die Menschen ihre knappen Mittel auf verschiedene konkurrierende Ziele, wenn sie ihre Lage optimieren wollen?“ Diese „zentrale Frage der Ökonomie“ behandelt der Volkswirt Peter Neuling (73) aus der Sicht von acht „Wertewelten“, die von Kunst bis Moral reichen und Gebiete wie Kirche, Freizeit und Tierschutz einbeziehen..

Autor: Peter Neuling. *1934, ist Volkswirt.

Aus der Sicht der Glücksforschung (Thema „Glück und Arbeit“) ist die Unterscheidung zwischen den zwei Arbeitsbegriffen des alten Rom interessant:

negotium (Unterbrechung der Freizeit, des „otium“) für den freien Römer und

„labor“ (Leiden) für den Sklaven.

(Peter Neuling: Die Acht Wohlstands-Gesetze. Wertewelten von Arm und Reich. Signum, Wien 2007, ISBN 978-3-85436-393-4)

 

Glück ohne Krampf

Autorin: Ute Lauterbach (siehe auch: Werden Sie Ihr eigener Glückspilot).

Definition von Glück: Flow im Sinne von Csikszentmihalyi.

Eigentlich kein „Glücksbuch“ – und gerade deshalb ein recht interessantes. Der einzige Weg, ein Scheitern zu vermeiden, wäre es, keine Ziele zu haben. Daher ist es nötig, lässig scheitern zu lernen, wenn man glücklich werden und bleiben will.

Dass das gar nicht so schwer ist, sollte eigentlich einleuchten. Es bedarf „nur“ einer Änderung unserer Haltung zu Erfolg und Scheitern. Aber dazu bedarf es offensichtlich eines rund 90 Seiten starken Büchleins, in dem es unter anderem eine Checkliste von Vorhaben gibt, die mit hoher Regelmäßigkeit scheitern, wie zum Beispiel das Vorhaben, einen Menschen zu ändern – außer sich selbst. (Ute Lauterbach: Lässig scheitern. Das Erfolgsprogramm für Lebenskünstler. Kösel-Verlag, München 2007, ISBN 978-3-466-30759-3)

 

Roman vom Glück

„Ja – soll das wirklich alles gewesen sein?“ Diese Frage berührt den Beamten einer Pensionsversicherung nicht nur aus eigenem, tristem Alltag, sondern auch aus den Erzählungen seiner Kunden, die am Ende ihres Berufslebens zu ihm kommen. Einen Ausweg findet er in der Erzählung von Casanovas Flucht aus den Bleikammern Venedigs. Der „Casanova Effekt“ lehrt  ihn, nicht vor dem grauen Alltag zu kapitulieren, sondern wie sein Vorbild unermüdlich nach dem Fluchtweg zu suchen – den er dann auch findet, und zwar in dem Motto: „Ich wähle ...“ meine Sichtweise, meine Reaktionen, und das alles ohne den – sicheren – Arbeitsplatz aufzugeben. (Gerhard F. Schadler: Der Casanova Effekt, Eigenverlag, Graz 2007, ISBN 978-3-9502347-0-1. office@gosuccess.at.)

Glück und Sucht

Die Schwierigkeit, die die Verhaltenspsychologie mit der Unterscheidung zwischen Glück und Sucht hat, spiegelt sich in einem Buch, das Beiträge von 66 Mitgliedern der PEN-Bewegung und anderer Prominenz enthält. Natürlich enthält so ein Buch keine Definitionen und keine wissenschaftlich nutzbaren Theorien, aber zahlreiche Beispiele aus dem – praktischen oder künstlerisch erdachten – Leben. (Erich Sedlak, Hrsg.: Süchtig. 66 Autorinnen und Autoren über Lust und Laster. Residenz-Verlag, Salzburg 2007, ISBN 978-3-7017-1479-7.)

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