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Epistemologie Unter Epistemologie versteht man die Gesamtheit der Paradigmen, die einer Wissenschaft zugrunde liegen. Hier ein Überblick über die Epistemologie der experimentellen Glücksforschung.
Axiomatisch basiert die experimentelle Glücksforschung auf zwei Behauptungen, die in der Psychologie als "Binsenweisheiten" abqualifiziert, also offensichtlich widerspruchslos anerkannt werden und somit als Axiome zu betrachten sind, die keines Beweises bedürfen, aber auch keinem Beweis zugänglich sind: 1. Axiom: Belastung, die der Belastbarkeit entspricht, ist angenehm. 2. Was angenehm ist, impliziert den Wunsch nach Fortdauer. Das zweite Axiom führt unmittelbar zur Definition des Forschungsgegenstandes der Glücksforschung: Ein Gemütszustand, der den Wunsch impliziert, es möge einem auch in Zukunft so zumute sein. (Anmerkung: "Implikation" ist ein Fachausdruck für das Verhältnis "wenn-dann".)
Neurophysiologisch basiert das Konzept der experimentellen Glücksforschung auf der Mikrowelt des Hirnforschers Wolf Singer, Chef des Max Planck Instituts für Hirnforschung. http://www.mpih-frankfurt.mpg.de/global/Np/Staff/singer_d.htm
Singer geht davon aus, …
… dass der Aufbau des menschlichen Gehirns und des gesamten neuronalen Netzwerkes des menschlichen Körpers so gestaltet ist, dass er das Überleben des Individuums bestmöglich sichert.
… dass es im menschlichen Gehirn keinen Platz für einen „freien Willen“ gibt, so dass Glück sehr stark von äußeren Einflüssen abhängt.
Kybernetisch basiert das Konzept auf der Beobachtung, dass der Regelkreis der emotionalen Stimulanz, der als Quelle der Glücksgefühle angenommen wird, sich kybernetisch in jenem Zustand befindet, den Norbert Wiener, der Schöpfer des Begriffs „Kybernetik“, als „Übersteuerung“ bezeichnet hat. http://www.diemo.de/projects/nwiener/
Anstatt von sich aus ein Optimum anzusteuern, lässt dieser Regelkreis die Menschen zwischen Stress und Langeweile pendeln, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, von sich aus in jenem Zustand zu verharren, den Hans Selye, der Schöpfer des Begriffs „Stress“, als „Eustress“ bezeichnet, aber leider nicht weiter erforscht hat. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Stresstheorien.shtml
Bioelektrisch basiert das Konzept der experimentellen Glücksforschung auf dem Paradigma, dass Zustände des menschlichen Gemüts durch von außen messbare Signale untersucht und laufend überwacht werden können. Verifiziert wurde dies durch ein Experiment, das über Anregung des IFEG am Technikum Wien, 1020 Wien, im Jahr 2005 durchgeführt wurde und für dessen Durchführung der Student Ernst Nemetz den Titel „Dipl.-Ing. (FH)“ erhalten hat.
Nach dem Paradigma der im Entstehen begriffenen Wissenschaft der experimentellen Glücksforschung, an deren wissenschaftstheoretischer Definition derzeit in Zusammenhang mit dem Institut für Wissenschaftsentwicklung der Universität Wien gearbeitet wird, entstehen Glücksgefühle primär dann, wenn ein Organismus einer Belastung ausgesetzt ist, die seiner Belastbarkeit optimal entspricht. (Herbert Laszlo: Versuch über Gefühle, die den Wunsch implizieren, man möge sich auch in Zukunft so fühlen, BoD, Hamburg 2000).
Ein weiteres Paradigma der experimentellen Glücksforschung ist, dass die Belastungszustände – in Übereinstimmung mit den Schriften von A. Damasio – schon mit einem gewissen Vorlauf gegenüber dem Auftreten der betreffenden Gefühle entstehen und sich körpersprachlich äußern. http://www.uihealthcare.com/depts/med/neurology/neurologymds/damasioa.html
Sportmedizinisch gilt das Paradigma, dass Trainingsreize, die sowohl in der Stärke, als auch in der Dauer und Frequenz optimal gestaltet sind, nicht nur Wohlbefinden auslösen, sondern auch die jeweils belastete Funktion des Körpers und des Geistes stärken („trainieren“). Diplom-Fechtmeister Dr. Herbert Laszlo, staatlich geprüfter Trainer für Fechten, hat dieses Paradigma vom Sport auf alle anderen Bereiche des menschlichen Lebens und Wohlfühlens angewendet.
Arbeitsmedizinisch geht die experimentelle Glücksforschung von den Ergebnissen eines Projektes der AUVA aus, in dessen Rahmen festgestellt wurde, wie sich ein angenehmes Volumen der Arbeit auf die Unfallhäufigkeit bei Bauarbeitern auswirkt. Das Ergebnis der vom Institut Johanneum in Graz erstellten Studie „BauFit“ war, dass angenehme Arbeitsbelastung nicht nur die Leistung, sondern auch das Unfallgeschehen positiv beeinflusst. www.joanneum.at/de/noflash/humantechnologie/projekte_detail.php?p_iid=IND&p_pid=115
Makroökonomisch entspricht das Konzept des „Glückscomputers“ der Erwartung des sechsten Kondratieff-Zyklus. http://www.4managers.de/10-Inhalte/entwuerfe/kondratieff-zyklus.asp
Allgemein wird beobachtet – und kritisiert – dass die Menschheit trotz steigenden Wohlstandes nicht glücklicher wird. Die Wellness-Welle kann diesen Zustand – nach dem Motto: „Noch mehr vom selben“ – nicht dauerhaft sanieren. Der sechste Kondratieff-Zyklus wird, wie die Zyklen vorher, durch eine überraschende, zuerst abgelehnte Entwicklung eingeleitet, und das ist nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung die experimentelle Glücksforschung. |